AWO fordert: Schuldnerberatung bedarfsgerecht ausbauen

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Berlin, den 07.06.2021. Nach aktuellen Schätzungen sind u.a. in Folge der Corona-Pandemie zwei Millionen Soloselbstständige und Freiberufliche von Überschuldung bedroht. „Viele Menschen sind in ihrer Existenz finanziell prekär aufgestellt. Wir sprechen mittlerweile nicht mehr nur über Empfänger von Grundsicherung und im Niedriglohnsektor Beschäftigte. Jetzt drohen auch Menschen in Verschuldung zu geraten, die dies vorher nicht für möglich gehalten hätten”, sagt Brigitte Döcker, Mitglied des AWO Bundesvorstandes. 

Die Schuldnerberatung muss deshalb bedarfsgerecht ausgebaut werden, fordert die Arbeiterwohlfahrt, anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung. 

Verschuldung schränke die Lebensgrundlage vieler Menschen ein. Menschen, die in finanzielle Not geraten seien, benötigten – unabhängig von ihrer Einkommenssituation – kompetente Unterstützung. Daher müsse endlich ein Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung für alle ins Gesetz geschrieben werden. Brigitte Döcker begrüßt ausdrücklich die jüngste Reform des Insolvenzrechtes, nach der es möglich ist, nach drei Jahren eine Schuldenbefreiung zu erhalten. Doch nun seien weitere Reformen notwendig: „Die Speicherfristen von Schuldendaten bei Auskunfteien müssen deutlich kürzer werden. Dass bei der Schufa Schuldendaten weitere drei Jahre nach Ende des dreijährigen Insolvenzverfahrens gespeichert bleiben, erschwert ehemals Verschuldeten den Neustart. Für sie ist es zum Beispiel schwer bis unmöglich, unter diesen Bedingungen eine neue Wohnung zu finden.” 

Die Aktionswoche Schuldnerberatung wird veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV). In ihr haben sich Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege auf Bundesebene, der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung zusammengeschlossen. Die Aktionswoche mit dem Motto „Der Mensch hinter den Schulden” findet vom 07.-11.Juni 2021 statt. 

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