Modellstudie zeigt: Deutschlands Luchse brauchen mitteldeutsche Wälder zum Überleben

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Berlin/Erfurt. Eine neue Modellstudie belegt es ganz klar: Für das dauerhafte Überleben der Luchse in Deutschland kommt dem Thüringer Wald eine Schlüsselrolle zu. Zum internationalen Tag des Luchses am 11. Juni verdeutlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zusammen mit den Universitäten Göttingen und Freiburg mit einer neuen computergestützten Modellierung, wie wichtig die mitteldeutschen Waldgebiete für Europas größte Katze sind. Das Projekt „Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland“ wurde vom Thüringer Umweltministerium finanziell gefördert.

Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: „Die Luchse in Deutschland haben es noch immer schwer, die Bestände erholen sich nur sehr langsam. Wir brauchen endlich eine effektive Vernetzung der vorhandenen Vorkommen. Nur dann hat der Luchs langfristig bei uns eine Chance.“ Diese Vernetzung würde laut dem Modell besonders gut über den Thüringer Wald funktionieren.

Obwohl die mitteldeutschen Wälder bestens als Lebensraum geeignet sind, gibt es hier noch keine stabilen Luchsvorkommen. Die drei Kernvorkommen im Bayerischen Wald, Harz und neuerdings auch Pfälzerwald sind voneinander isoliert. Nur einzelne Luchse streifen dazwischen umher. Das sind zu wenige, um für einen genetischen Austausch zwischen den Populationen zu sorgen.

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Doch leider sind die Aussichten dafür momentan nicht gut. „Laut der Studie der Universität Freiburg ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Luchs den Thüringer Wald innerhalb der nächsten 25 Jahre natürlich wiederbesiedelt, äußerst gering. Ohne aktive Ansiedlung haben wir kaum eine Chance auf stabile Luchsvorkommen in Mitteldeutschland. Wir brauchen hier aber dringend Luchse, denn der Thüringer Wald ist der Dreh- und Angelpunkt für die Vernetzung der Luchse in Deutschland“, so Markus Port, Koordinator des Projektes.

Der BUND wird nun deshalb im nächsten Schritt seine Aktivitäten zum Luchs in Mitteldeutschland stärken. In Thüringen startet ein Folgeprojekt, diesmal gemeinsam mit dem WWF und erneut gefördert vom Thüringer Umweltministerium. Unter enger Beteiligung verschiedener Interessensgruppen möchte das Projekt Perspektiven für den Luchs in Thüringen entwickeln und untersuchen, wie eine Ansiedelung von Luchsen gestaltet werden könnte. Auch in Sachsen startet mit „Luchsland Sachsen“ ein neues BUND-Projekt zum Luchs, gefördert von der Sächsischen Landestiftung Natur und Umwelt. Der BUND Sachsen möchte sich hier vor allem auf die Vernetzung von Akteuren, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanzförderung zum Luchs konzentrieren. Auch die langjährige Arbeit des BUND in Hessen und in Bayern zum Luchsschutz wird fokussiert fortgeführt.

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Die Hauptbedrohung für die Luchse sind noch immer der Straßentod, die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehr und Siedlungen, Krankheiten und illegale Tötungen. Alle drei Luchsvorkommen in Deutschland im Bayerischen Wald, Harz und Pfälzerwald sind durch Wiederansiedlungsprojekte entstanden.

Mehr Informationen: www.bund.net/luchs

Kontakt: Dr. Markus Port, Tel.: 0160 98011164, E-Mail: [email protected]

BUND-Pressestelle:

Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen

Tel. 030-27586-531 | -497 | -464 | E-Mail: [email protected]www.bund.net

Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vorrangig mobil:

Daniel Jahn: 0170-160 66 58

Heye Jensen: 01590-633 23 72

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Petra Kirberger (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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