Tierschutzbund kritisiert fehlende Haltungsvorgaben für Puten

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einer heute in Österreich vorgestellten zur tierschutzkonformen Haltung von Mastputen, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund, dass es in Deutschland noch immer keine Vorgaben für Haltung dieser Tiere gibt.

„Dass gesetzliche Haltungsvorgaben für Puten schlichtweg nicht existieren, ist angesichts eines Staatsziels Tierschutz im Grundgesetz unvorstellbar“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „ Bundesregierung hat ihre Verantwortung bisher gekonnt ignoriert, rechtlich bindende Angaben für eine tierschutzgerechte Haltung von Puten vorzugeben. Dem Versprechen im Koalitionsvertrag, dass man Lücken im Ordnungsrecht schließen wolle, sind bis heute – kurz vor Ende der Legislaturperiode – keine Taten gefolgt.“

Freiwillige Vereinbarungen unzureichend

Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass freiwillige Vereinbarungen, Geflügelbranche selbst auferlegt, keine gesetzlichen Regelungen ersetzen können. „Eine Bundesministerin, darauf verlässt, dass Branche selbst für eine tierschutzgerechte Haltung sorgt, macht den Bock zum Gärtner“, so Schröder. vorhandenen freiwilligen Vereinbarungen seien schlichtweg nicht ausreichend. So haben Tiere bei einer Besatzdichte von knapp drei Hähnen bzw. fünf Hennen pro Quadratmeter Stallfläche zu wenig Platz. Angaben zur Strukturierung der Ställe und zu Beschäftigungsmaßnahmen sind mangelhaft und ungenau.

Voraussetzungen für tierschutzgerechte Putenhaltung

Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes müssen verpflichtende gesetzliche Vorgaben sicherstellen, dass Puten ihre arteigenen Bedürfnisse ausleben können. Dies gelingt nur durch mehr Platz sowie Möglichkeiten für Puten, „aufzubaumen“, das heißt, erhöhte Sitzplätze einzunehmen. Wenn Puten auf derselben Fläche gehalten werden, würde dies zudem Durchfeuchtung und Verschmutzung der Einstreu verringern, bei den Tieren immer wieder zu schmerzhaften Entzündungen an Füßen und Brust führt und Atemwegsinfektionen begünstigt. Dem oft massiven Federpicken müsste man zusätzlich durch Strukturierung, Beschäftigungsmaterial und Zugang zu einem Außenklimabereich entgegenwirken. Durch deutlich verbesserte Haltungsbedingungen könnte unter Umständen auch auf das Schnabelkürzen verzichtet werden, das derzeit routinemäßig durchgeführt wird, um Pickschäden zu begrenzen. Ebenso sollte der Gesetzgeber für alle tierbetreuenden Mitarbeiter eine ausreichende Sachkunde sowie eine häufige Kontrolle der Tierbestände vorschreiben.

e.V.

In der Raste 10

D-53129 Bonn

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