VIER PFOTEN und über 140.000 Bürger:innen fordern ein uneingeschränktes Verbot für Wildtiere im Zirkus

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Hamburg, 07. Juni 2021 – VIER PFOTEN hat heute mit einer lebensgroßen Tigerfigur in einem Käfig vor dem Berliner Bundesrat gegen den mangelhaften Entwurf der Tierschutz-Zirkusverordnung des Bundesministeriums für Landwirtschaft (BMEL) protestiert. Bei der Aktion überreichte die globale Tierschutzstiftung dem Berliner Senator Dr. Dirk Behrendt eine Petition mit mehr als 140.000 Unterschriften, in welcher ein Verbot für ausnahmslos alle Wildtiere im Zirkus gefordert wird. Heute sollte die Beratung des Entwurfs der Tierschutz-Zirkusverordnung im Umfrageverfahren durch den Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrates zu Ende gehen.

Bei der Aktion hielten als Mitarbeiter:innen des BMEL gekleidete AktivistInnen den Käfig des Tigers zu und verschlossen ihn mit einer schweren Eisenkette – ein Symbol für den lückenhaften Verordnungsentwurf von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, durch den das Leiden vieler Wildtiere im Zirkus für weitere Jahre festgeschrieben wäre. Denn lediglich die Haltung von Elefanten, Bären, Primaten, Giraffen, Nashörnern und Flusspferden in Zirkussen sollen künftig verboten sein, Tiger beispielsweise dürften weiterhin zu Unterhaltungszwecken missbraucht werden.

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„Seit vier Jahren fordern die Bundesländer von der Bundesregierung, endlich ein Wildtierverbot in Zirkussen durchzusetzen. Nun hat sich die Bundesministerin ein klein wenig bewegt, aber die Regelung, die sie vorgeschlagen hat, ist völlig unzureichend, denn es fehlen vor allem die Großkatzen. Wir wollen keine Tiger und Löwen mehr in der Zirkusmanege sehen. Zum anderen möchte die Bundesministerin, dass die jetzt dort lebenden Tiere bis an ihr Lebensende leiden müssen und in der Manege vorgeführt werden. Auch das lehnen wir ab. Das Land Berlin hat deshalb im Bundesrat entsprechende Anträge gestellt. Ich hoffe, dass es dort eine Mehrheit für eine vernünftige Regelung gibt“, erklärte Dr. Dirk Behrendt, Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung des Landes Berlin.

„Wir freuen uns, dass Senator Dr. Dirk Behrendt uns die Unterstützung des Landes Berlin bei unserem Einsatz für einen tierleidfreien Zirkus zugesagt hat. Die Überarbeitung des Verordnungsentwurfes durch das BMEL hat keine nennenswerten Verbesserungen für Tierschutzstandards im Zirkus ergeben. Deshalb muss der Bundesrat den Entwurf ablehnen, denn sonst würden die schlechten Verhältnisse für viele Jahre festgeschrieben”, sagt Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer bei VIER PFOTEN Deutschland.

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Deutschland Schlusslicht in Sachen Tierschutz

In immerhin 23 der 27 EU-Mitgliedstaaten gelten Beschränkungen für den Einsatz von Wildtieren in Zirkussen. In einigen Ländern, wie Griechenland und Malta, dürfen überhaupt keine Tiere in der Manege auftreten. Nur in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien gibt es keine nationalen Beschränkungen. In Deutschland reisen ca. 40 bis 50 Zirkusse immer noch mit Elefanten, Giraffen oder Löwen durchs Land. Jahrelang hat sich die Bundesregierung beharrlich geweigert, ein Wildtierverbot für Zirkusse auf den Weg zu bringen.

Gravierenden Tierschutzmissstände unterstreichen die Notwendigkeit eines Wildtierverbots für alle Wildtierarten in Zirkussen

Häufige, mitunter sehr lange Transporte, viel zu kleine und kaum strukturierte Gehege, fehlende oder falsche Vergesellschaftung sowie mangelnde artgerechte Beschäftigung machen es unmöglich, Wildtiere ihren Bedürfnissen entsprechend in Zirkussen zu halten. Aufgrund der unzureichenden Haltungsbedingungen und der ständigen direkten Interaktion mit Menschen entwickeln viele Wildtiere im Zirkus Verhaltensstörungen wie Stereotypien, Apathien oder Aggressionen, die häufig einen schlechten Gesundheitszustand, enormen Stress und eine hohe Sterblichkeitsrate zur Folge haben. Stereotypien treten im normalen Verhaltensrepertoire von Wildtieren im Freiland nicht auf, sondern ausschließlich bei der Tierhaltung in Menschenhand. Die Dressur der Tiere erfolgt oftmals mithilfe von Gewalt oder Zwang und beinhaltet völlig unphysiologische und potenziell gesundheitsschädliche Bewegungsabläufe wie beispielsweise der Kopfstand von Elefanten oder Tiger, die auf den Hinterbeinen durch die Manege hüpfen müssen.

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Die gemeinsame Stellungnahme des Tierschutzbündnisses zum Referentenentwurf einer Tierschutz-Zirkusverordnung (TierSchZirkV) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finden Sie hier.

 

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