VWE legt Empfehlungen zur „Nationalen Wasserstrategie“ vor

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10-Punkte-Plan „Nachhaltige Wassernutzung im Hausgarten“

Bonn/Berlin, 8. Juni 2021 – Heute hat die Bundesumweltministerin eine „Nationale Wasserstrategie“ vorgestellt. Dazu legt der Verband Wohneigentum (VWE) die von seiner professionellen Gartenberatung erarbeitete Position „Nachhaltiger Umgang mit Wasser im Hausgarten“ vor. Darin: Forderungen an die Politik und Empfehlungen für Gartennutzer*innen. Wasser ist wichtig für den Erhalt der Natur im Garten. So viel wie nötig – so wenig wie möglich. Gezielt, bedarfsgerecht und flankiert von gärtnerischen Maßnahmen.

Im privaten Bereich spielen Hausgärten eine wichtige Rolle im direkten Umfeld um das Haus, in der Siedlung und für den gesamten Wohnort, erklärt VWE-Präsident Manfred Jost: „Wir brauchen das heimische Grün in Zeiten des Artensterbens als Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, als grüne Lungen, die das Kleinklima abkühlen und Lärm mindern, als Windbremse und Feinstaubfilter und als Rückzugsmöglichkeiten für uns Menschen.“

Mit der „Nationalen Wasserstrategie“ will die Bundesregierung gegen drohenden Wassermangel vorgehen. Um Gärten zu erhalten und zu bewirtschaften, braucht es Wasser. Ein anderer, „neuer“ Umgang mit der zunehmend knappen Ressource Wasser will gelernt sein. „Keine Frage, wir alle müssen unseren Umgang mit Wasser überdenken – auch im Garten“, räumt Bundesgartenberater Martin Breidbach ein. „Hieß es früher einfach ‚Sprenger an und Wasser marsch!‘, ist heute eine durchdachte und nachhaltige Verwendung auch im privaten Bereich wichtig.“ Wasser ist für den mittel- und langfristigen Erhalt der Natur im Garten gezielt einzusetzen: so viel wie nötig – so wenig wie möglich.

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A) Empfehlungen an die Politik

1. Regenwasser halten
• Regenwasser-Rückhaltung in Form von Zisternen und Dachbegrünungen sowie Sickermulden/Versickerung auf privaten Grundstücken sollten nicht nur lokal, sondern auch von der Bundesregierung gefördert werden.

• Die Anlage natürlicher Abfluss- und Auffangflächen im öffentlichen Raum für Wassermengen bei Starkregen-Ereignissen sind zu fördern, um der Erosion des Bodens und weitreichenden Schäden vorzubeugen.

2. Grundwasser schonen
Eine lokale Nutzung von Grundwasser für den Hausgarten ist im Wesentlichen nur da sinnvoll, wo dies nachhaltig ist. Nachhaltig bedeutet, dass nur so viel entnommen werden darf, wie sich durch Regenwasser natürlich regeneriert.

3. Wassernutzung lenken
• Bei Regelungen zur Wassernutzung sind die Folgen weitsichtig zu berücksichtigen. So entsteht etwa bei verpflichtenden Gartenwasserzählern die Problematik, dass durch die Einsparung der Abwassergebühren ungewollt unterstützt wird, dass Menschen vermehrt Trinkwasser zur Gartenbewässerung nutzen. Das fördert keine nachhaltige Wassernutzung.

• Für die Entsiegelung und den Rückbau von geschotterten Gartenflächen durch klimagerechte Neubepflanzung sollen Anreize gesetzt werden.

B) Für Gartennutzer*innen: 10-Punkte-Plan „Nachhaltige Wassernutzung im Hausgarten“

1. Fördern Sie die Wasserhaltekraft Ihres Bodens.
Maßnahmen wie das Erhöhen des Humusgehalts z. B. durch eine jährliche Kompostgabe helfen dabei, ebenso ein bodendeckender, dichter Pflanzenbestand, Mulchen, Gründüngung, Hacken und natürliche Bodenzuschlagstoffe wie Perlite (Gesteinsmehl). Schottern von Gartenflächen zerstört hingegen Bodenstruktur und Wasserhaltekraft.

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2. Verwenden Sie an den Standort angepasste Pflanzen.
Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf (z. B. Rhododendren oder Hortensien) nicht auf einem trockenen Standort platzieren, was deren Wasserbedarf noch erhöht.

3. Gezielte Gestaltung senkt den Wasserbedarf im Garten.
Kombinieren Sie Pflanzen in Bereichen, die ähnliche Wasseransprüche haben. Die Lösung des Wasserproblems im Garten liegt aber nicht allein in der Verwendung von trockenheitsverträglichen Pflanzen. Denn: Auch wenn Bäume viel Wasser brauchen, sind sie wichtig im Garten! Durch ihre Verdunstung und Beschattung kühlen Großgehölze das Kleinklima ab und senken so den Wasserbedarf der gesamten Lebensgemeinschaft im Garten.

4. Wässern Sie effizient.
Bringen Sie das Wasser gezielt an die Wurzeln. Nutzen Sie keine Wassersprenger, weil dabei zu viel Wasser verdunstet und nicht von den Pflanzen genutzt werden kann. Gießen Sie nur nach Bedarf: nicht permanent, nicht täglich, sondern alle 4-5 Tage und dann durchdringend. So erziehen Sie die Pflanzen dazu, dem Wasser folgend tiefer in den Boden zu wurzeln.

5. Trinkwasser ist knapp. Nutzen Sie Regenwasser.
Regenwasser ist das beste Gießwasser. Dazu ist es kostenlos – eine Ressource, die vom Himmel fällt!

6. Sammeln von Regenwasser im Garten lohnt sich.
Wassertonnen sind die einfachste Lösung. Zisternen eignen sich zur Speicherung größerer Wassermengen. Auch Dachbegrünungen oder ein Teich im Garten können kostbares Regenwasser im Garten zurückhalten.

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7. Zuviel Regenwasser? Auf dem eigenen Grundstück versickern lassen.
Beseitigen Sie möglichst viele versiegelte Flächen auf Ihrem Grundstück. Verwenden Sie stattdessen wasserdurchlässige Beläge wie Fugenpflaster und Rasengittersteine. Das verhindert, dass kostbares Regenwasser ungenutzt in die Kanalisation gelangt. Wichtig: aktiver Hochwasserschutz!

8. Setzen Sie Prioritäten.
Stimmen Sie sich mittelfristig auf einen Wandel im Garten ein. Während Sie auf wasserintensive Kulturen im Bereich Obst oder Gemüse wie Erdbeeren, Kohlgewächse oder Knollensellerie nicht verzichten möchten, akzeptieren Sie vielleicht, dass Ihre Regenwasserrückhaltung nicht auch noch für eine sattgrüne und gepflegte Rasenfläche ausreicht. Die Alternative kann ein Kräuterrasen sein.

9. Lernen Sie mehr über die natürlichen Vorgänge im Garten.
Beobachten Sie in Hitzeperioden genau: Welche Blätter schlappen und brauchen nun eine gute Portion Wasser? Stellen Sie Regenmesser im Garten auf und beobachten aufmerksam den Wetterbericht. Wenn es bald Regen gibt, braucht es keinen Guss aus der Trinkwasserbrause.

10. Ob im Garten oder Zuhause: Bewusstsein schärfen!
Sorgen Sie vor und schärfen Sie Ihr Bewusstsein beim Thema Wassersparen. Ob es die Sparspülung im WC ist oder die Dusche statt Badewanne – überall lässt sich Wasser sparen. Jedes Produkt, das wir konsumieren, hat eine Wasserbilanz. Allein schon die Frage: ‚Brauche ich es wirklich?‘ hilft, sich bewusst für oder gegen ein Produkt zu entscheiden.

Das vollständige Positionspapier finden Sie hier.

Presse-Kontakt:

 Verband Wohneigentum (VWE)
Anna Florenske, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Oberer Lindweg 2, 53129 Bonn
Telefon: 0228 / 60468-20
E-Mail: [email protected] www.verband-wohneigentum.de www.gartenberatung.de

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Eine Antwort

  1. Luftnummer oder Schnapsidee von der Umweltministerin Svenja Schulze?
    Frau Svenja Schulze (SPD), ihres Zeichens Umweltministerin hat in den Medien am vergangenen Dienstag, dem 08.06.2021 ihre neuste Nationale Wasserstrategie durch die Projektierung von zusätzlichen Verbundnetzen und Fernleitungen kreiert, um die Defizite und Überangebote an Wasser durch Trockenheit (Ostdeutschland) und Sturzfluten im Westen von Deutschland auszugleichen. Wer hat der Umweltministerin diesen Floh ins Ohr gesetzt? Ist dies eine Luftnummer oder gar Schnapsidee? Hat Frau Svenja Schulze die geringste Ahnung von Physik und der Berechnung von Energiebilanzen? Um es vorwegzunehmen: Das avisierte Projekt der Umweltministerin würde ca. das 0,58-Fache des Energieverbrauchs der Bundesrepublik von 3,6 TWh (2,1 TWh: 3,6 TWh) pro Jahr ausmachen. Schätzungsweise wären für dieses Projekt die ungeheure Energiemenge von
    E=∆ h (Höhendifferenz) *m (Masse des Wassers )*g (Erdbeschleunigung) =∆ h* ς (Dichte von Wasser)*A(Fläche des Gebietes der ehemaligen DDR)*g= 5 m*1000 kg/m³*500.000 m*300. 000 m*10 m/s²=
    7,5 *1014 Nm= 7,5 PNm= 7,5 PWs ≈ 2,1 TWh. (1)
    Erforderlich. In Deutschland werden insgesamt pro Jahr ca. 3,6 TWh verbraucht. Für den Wasserausgleich wäre also das 0,58-Fache des gesamten Energieverbrauches der Bundesrepublik erforderlich! Bei einem Wirkungsgrad von 0,4 wäre weite mehr als die gesamte Energie der Bundesrepublik erforderlich! (2,1:0,4= 5,25). Frau Schulze ihre Nationale Wasserstrategie würde also das gesamte Energienetz der Bundesrepublik blockieren und lahm legen! Noch eine Bemerkung so nur nebenbei: Das gesamte gut durchdachte Meliorationssystem der ehemaligen DDR hat man aus Dummheit und aus Ignoranz und aus „finanziellen Gründen“ platt gemacht. Dadurch wurde beispielsweise die Oder-Flut im Jahre 1997 entscheidend erst mit provoziert. Einige Jahre später, im Jahre 2010 wurde nochmals im Oderbruch eine Oder-Flut provoziert, weil das Meliorationssystem absolut nicht mehr effektiv funktioniert! Das Meliorationssystem der DDR hätte man zum Null-Tarif haben können und so sehr viel Energie einsparen können. Und noch eins: Erst durch Umweltfrevel die Umwelt zerstören und dann die Umwelt reparieren wollen – dies kostet übrigsens mehr das Doppelte an Energie! Für Frau Schulze für die Zukunft noch eine Empfehlung: Erst denken, dann rechnen und dann korrekt projektieren, soll heißen effektiv handeln!
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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